Bericht und Bilder vom Dying Souls Festival:


Ich bin Samstag um 14:00 Uhr aus der Arbeit direkt nach Hause, hab mich dort umgezogen und auf meinen Chauffeur gewartet.
Der kam dann so um kurz vor drei zu mir und wir konnten los Richtung Proberaum. Doch zu früh gefreut, wir mussten natürlich auch noch den Matthias und den Max abholen. Letzterer hatte natürlich gleich noch unseren Roadie dabei, weshalb wir dann zusammengepfercht wie in einer Sardinendose weitergefahren sind. In der Fabrik angekommen, war ich glücklich endlich aussteigen zu können, unser Roadie immer zutraulicher wurde.^^ Nun ja dort haben wir dann schließlich erstmal ein Bier aufgemacht und die Instrumente abgebaut. Wir haben Verstärker, Gitarren, Boxen, Mischpult, Druminterface und das komplette Schlagzeug mitgenommen. Das alles verstaut im Nightliner von unserem zweiten Roadie, dem Chris, ging es nun also los in Richtung Adorf.

Der Weg war kurz doch die Fahrt war lang, da wir alle 5 Kilometer halt machen mussten weil wir in den Autos nicht rauchen konnten. Matthias hatte da natürlich heftigste Probleme. Angekommen in Adorf kam auch schon das nächste Problem: "Wo ist denn der Scheiß-Schuppen?". Nach einigen ratlosen Wendemanövern hielten wir kurz an und stellten fest dass wir in den Ortsteil Remptengrün mussten. Das haben wir dann doch relativ schnell gefunden, was uns aber noch immer nicht sagte wo "the Rock" ist. Wir haben gar nicht erst versucht Fußgänger zu fragen, da es schon dunkel war und wir im tiefen Osten waren. Es war also niemand mehr auf den Straßen unterwegs, was auch besser so war, angesichts der Fahrweise unserer Fahrer.
Bei einem erneuten halt rief ich dann unsere Promotionagentur an um nach zu fragen: "Wo zur Hölle ist denn dieser Scheißladen?". ---->"Irgendwie findet da niemand hin, aber ruf mal kurz beim Veranstalter an, der hat auch schon den anderen Bands die Anfahrt erklärt".
Nun nach einem kurzen Gespräch haben wir es doch endlich geschafft und sind bei THE ROCK angekommen. Dort ausgestiegen, stellten wir auch schon gleich fest dass wir auch nicht mehr länger hätten fahren können, da alle Bierreserven leer waren. Also gut rein in dat Ding, Bier geholt, schluck genommen und fast in die Ecke gebrochen. "Pfui Deifl is des ne Gülle". Also Ex und Weizen geholt, davon wussten wir dass es gut war. In guter alter Ostmanier hat man im Konzertsaal überall Wurstbrot- und Käsebrotteller aufgestellt, was dann ein bisschen an einen Tupperabend erinnerte.
Gut wir bauten also den ganzen Kram erstmal auf und machten den Soundcheck. Erst das Schlagzeug, dann Thomas mit seiner Gitarre und danach Max mit seiner Klampfe. Danach der Bass, mit dem David fast die PA der Halle geschossen hätte.
Als dann schließlich Matthias auf die Bühne ging um den Soundcheck zu machen, fielen dann den derzeit anwesenden die Ohren komplett weg. Ein langer,"OOOOOOOOUUUUUUUUUUUUUUUUUHHHHHHHHHRRRRRG" Grunzer ließ die Halle erschüttern, die Becher und Flaschen auf den Tischen tanzen und den Mischer im roten Licht der Pegelbegrenzungen erstrahlen. Der abgrundtiefe Ton fand schließlich ein Ende und brachte ein lautes Raunen in die Halle.
Danach haben wir noch kurz Death is Crawling angestimmt um das gegenseitige Hören auf der Bühne zu testen. Dies schließlich auch hinter uns gebracht, wollten wir eigentlich erstmal in den Backstageraum und ein paar Bierchen trinken.
Doch auch das wurde nichts. Kein Backstageraum und somit auch keine Möglichkeit in Ruhe ein paar Bierchen weg zu kippen. Nun ja als nächstes wäre zu erwähnen dass jedes Bandmitglied vier Marken bekommen hat, mit denen er sich den Abend über verpflegen konnte! Als sich diese Dinge dann schon soweit summierten, war doch die Frage aufgekommen ob wir überhaupt spielen sollten. Als dann aber Nina von Black Angel Promotion auftauchte und wir uns mal so richtig auslassen konnten, wurde das Problem mit den Marken zumindest verbessert.
Certificated Death waren schon vor uns da und checkten inzwischen auch kurz den Sound an. Nach und nach kamen dann auch mit Verspätung Incubus Dreams und Dod Aernst an. Nach einer kleinen Umbaupause checkten dann Incubus Dreams den Sound und Dod Aernst haben sich zum Mucken in die angrenzende Wirtsstube verzogen. Letztere haben auch später keinen Check mehr gemacht.
So fingen also Certificated Death mit ihrer Opener-Position an und versuchten Stimmung in die nur dürftig gefüllte Halle zu bringen. Leider mussten wir feststellen dass dieses Konzert wohl ihr erster richtiger Gig war, was auch erklärte wieso noch solche teils große Patzer dabei waren. Die Band wirkte im Gesamtbild noch sehr unerfahren und jenseits jeder Routine. Der Sänger stand sehr steif auf seinem Posten und hat diesen auch nur wenn es nötig war verlassen. Bei dem ein oder anderen Song hatte er einen Gitarrenpart, wofür er immer seine Gitarre holte die dann den schon so zumutenden Sound gar ganz "zerquietschte". Die Riffs waren simpel gehalten und eher in der Punkrichtung anzusiedeln, was die gar bösartig anmutende B.C. Rich Gitarre fehl am Platz aussehen ließ.
Der Schlagzeuger hat konstant die Geschwindigkeit gehalten welche jedoch für Ihn zu schnell war, was man vor allem an holpern, stocken, und verfehlten Beckenschlägen bemerkte. Bei Certificated Death war wohl eher Quantität als Qualität angesagt. Nach nur einem Jahr des Bandbestehens haben sie eine Showlänge von über einer dreiviertel Stunde erreicht, welche aber von Wiederholungen und gleich klingenden Songs zeugte. Die Band hat ihr letztes Lied gespielt und war auch schon am abbauen als wir uns noch ein Weizen holten.
Incubus Dreams hatte recht zügig ihr Equipment auf die Bühne geschafft, aufgebaut und konnten somit auch gleich mit dem Check beginnen. Dieser dauerte glücklicher Weise auch nicht sehr lange und die Show konnte weiter gehen.
Gerade erst aus dem nichts gekommen, fangen Incubus Dreams schon gleich mit dem großen Kino an, als sie ein gar schwülstiges Streicher Intro mit Sakralgesang einspielten. Rücken dem Fußvolk gerichtet warteten sie so auf ihren Einsatz. Das Intro kam zu seinem Höhepunkt mit hohen theatralischen Gesang welche auf ein heftiges Metalfeuerwerk hoffen ließ. Doch das blieb leider aus. Stattdessen hat man an das erste Intro noch ein zweites gehängt, das allerdings von der Band gespielt wurde. Eine sehr langsame Emo-Nummer mit Gesang und cleanen Gitarren eröffnete und zeigte auch gleich was sich hier in der nächsten dreiviertel Stunde zutragen wird. Die Band spielte eine Mischung aus Metalcore und Emo, was man aber wenn man oberflächlich wäre auch schon vorher hätte sehen können. Die Band zeigte sich schon um einiges erfahrener und traute sich auch die Mähnen zu schwingen. Die Ansagen wurden allesamt im Englisch gemacht und der Satz: "Welcome to our show, we..re from australia." sorgte für Verwirrung, da die Band aus Hof kommt. Zum spielerischen kann ich hier nicht all zu viel sagen, da mir das Ganze nicht gefallen hat, was aber an meinem Musikgeschmack liegt. Aus technischer Sicht habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich die Bandkollegen gegenseitig überholen wollten. Das hat natürlich ab und an für heikle Stellen gesorgt, welche man zu kaschieren versuchte.
Am Ende Ihrer Spielzeit angekommen, haben Incubuc Dreams noch einen Song von Hatebreed rausgepackt und damit die Bude richtig gerockt. Das Publikum hat den Song sofort erkannt und ergriff natürlich sofort die Initiative zum Pogo. Da sich nun die vorletzte Band an den Aufbau machte, stieg ich um auf Wasser und holte mir eine 1,5 Liter Bottle. Matthias und Thomas dachten aber keine Sekunde daran und tranken fröhlich weiter. Der Soundcheck viel sehr kurz aus und Dod Aernst konnte somit sehr schnell beginnen. Auch sie hatten ein Intro das von Platte kam und auf großen hoffen ließ. Und man wurde nicht enttäuscht. Hell Yeah, was für ein Brett sich schon mit der ersten Nummer an die Schädel des Publikums nagelt! Schon jetzt stand fest dass uns hier eine Wand aus roher Brutalität entgegensteht, die alles niedermäht was sich ihr in den Weg stellt. Die Gitarren waren beide bestens besetzt und wurden nach allen Regeln der Kunst geschreddert. Am Bass ein großer Hüne mit langem Haar, der die Zeit der Wikinger nach Adorf zurück brachte. Die Schießbude hinter ihm wurde auch bestens zugeballert und ließ so manchen Bombenteppich in das Publikum fallen. Blastbeat-Attacken, Doublebass-Gewitter und messerscharfe Riffs flogen einem nur so um die Ohren. Schade eigentlich dass sie erst so spät spielten, da wir uns nun auch schon für unseren Gig fertig machen mussten. Nachdem ich meine 1,5 Liter (Killer) Wasserflasche leergegluckert hatte, holte ich mir noch mal eine für den Auftritt. Thomas und Matthias holten sich jeweils 3 Bier. Max und David blieben auch lieber bei Wasser. Hier und da flitzte unser Roadie Mogli durch den Saal mit einer Gitarre in der Hand immer auf der Suche nach dem Rest von uns, da die Gitarren noch mal gestimmt werden sollten. Ich trommelte mich derweilen in der Wirtstube auf einer Wasserflasche warm und ging damit dem Wirt auf den Sack. Matthias hat sich noch die Show von Dod Aernst bis zum Schluss angesehen und weiter gekippt.
Dann war es soweit die Bühne war frei. Dod Aernst die sich weder groß mit Soundcheck herumgeplagt haben und ihre Show meisterhaft runterballerten haben sich erstmal Gebührend feiern lassen, was den Abbau und natürlich auch den Aufbau verzögerte. Als wir dann soweit unser Setup stehen hatten war es 23:45 Uhr wobei wir eigentlich 23:30 Uhr beginnen sollten. Jeder mal kurz sein Instrument angeschlagen und schon konnte es losgehen. Das Licht ging aus, der Spot an und das Publikum würdigte uns schon, noch bevor wir eine Note gespielt haben. Geile Scheiße. Thomas: "Alter.......,dann lass uns mal anfangen.". *tsch tsch tsch tsch däääärrrrrrrrmmmmmmmmmm* Es ging los. Opener war "Reflections from Inside". Hier merkte man gleich dass die Umbaupause doch etwas lang war, denn das Publikum brauchte doch eine kleine Gewöhnungsphase. Direkt im Anschluss kam ohne Pause "Death is Crawling", bei dem aber das Publikum schon komplett im Saft stand und bangte was der Kopf so hergab. Gebührender Applaus kam auf als wir den Song beendet haben und Matthias leitete mit "Buried Alive" den nächsten Song ein nachdem er erstmal seine Setlist suchen musste. Hier war deutlich zu merken, dass wohl auch bekannte Gesichter da waren, die den Song schon gut kannten. Natürlich durfte unsere Death-Metal-Ballade nicht fehlen die wir mit "My Hate" anstimmten. Nach diesen eher ruhigen Klängen war es aber wieder an der Zeit zu moshen. "Hacked in Pieces" und "Hunting Season" folgten und erfreuten vor allem die Besitzer der aktuellen CD "Hunting Season". Es folgte das Cover "Humant Target" womit wir Six Feet Under huldigten. Damn, was ging das Publikum ab. Mitgegrunze wo das Auge hinsah. Pogo hier fliegende Köpfe da. Man merkt doch immer wieder die Genialität von Leuten wie Chris Barnes, der aus so einem simplen Song ein solches Brett werden lässt. Nun kam unser neuster Song, dessen Titel niemand verstanden hat und wir werden einen Teufel tun und Ihn nun hier nennen! Höhöhöhö, denn da darf man wohl auf die neue CD gespannt sein, die derzeit aufgenommen wird.
Auch der letzte Song stapfte weiter im Groovy-Mosh, denn bei "When Death Comes" wurde heftig die Keule geschwungen. Doch ein Ende war noch nicht in Sicht, denn es wurde lautstark die Zugabe eingefordert.
Da haben wir uns natürlich nicht lange bitten lassen und mit "Pathologie for the Insane" den Nachbrenner eingeschaltet. Während des Songs haben wir Break eingebaut das nur die Bassdrum hören ließ und zudem das Publikum uns in die letzte Runde anfeuerte. Der letzte Song wurde auch schon vom Publikum verraten als der Schrei: "Amon Amarth" durch den Saal ging. Matthias versuchte doch noch eine Überraschung daraus zu machen, in dem er so tat als würde nun ein ganz anderer Song folgen. Doch das allseits bekannte Riff von "The Pursuit of Vikings" vertrieb jeden Zweifel und sorgte für mächtig Stimmung.
Das Konzert war ein voller Erfolg denn Altbekannte und auch neue Gesichter waren durchwegs begeistert. Auch wir hätten nicht gedacht dass ein solch geiles Teil aus diesem Konzert wird, wobei es doch nicht all zu viele Besucher waren und die gesamte Organisation verbesserungswürdig war.
Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde jedoch ein Auftritt unseres Nebenprojektes "Bratwärscht fir Ansfuchzich" eingefordert. Es war schon 01:00 Uhr und der Mischer wahrscheinlich auch schon im Gewissenskonflikt, als wir uns dann doch noch mal an Zeug machten und loslegten.
Der erste Song "Wer, Wie, Was", das Titellied der Sesamstraße, brachte gleich einige grinsenden Gesichter zum Vorschein. Das nächste "Stück" "In der Not frisst der Teufel Kot" prügelte nach Grindcore Manier durch den Saal und Matthias legte sich auf die Bretter um sich im Takt zu wälzen. Es folgten noch zahlreiche Songs, wie "Orale Penetration des Nihilisten in der Paarungszeit" oder "Eat my Meat". Doch nach ca. 20 Minuten musste dann doch endlich ein Schlussstrich gezogen werden, da das Konzert schon seit einer Stunde überzogen war. Also hieß es nun ran an die Bar und das obligatorische Abbau-Bierchen holen.
Die Instrumente waren eigentlich recht zügig abgebaut und im Nightliner verstaut. So dass noch ein wenig Zeit fürs trinken blieb.

Alles in allem war es ein gelungener Abend, da die Schwächen durch die ausgelassene Stimmung wieder gut gemacht wurden. Beim nächsten Mal wäre ein Backstageraum, mehr freie Getränke für Bands und Roadies und etwas mehr Publikum eine echt tolle Sache, aber es war selbst ohne diesen Dingen ein richtig geiles Teil! Respect to Adorf, Respect to The Rock!


Huba
























































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